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Schäuble und Kövér erinnern an ungarische Grenzöffnung 1989

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In der Nacht vom 10. auf den 11. September 1989 öffnete die ungarische Regierung für DDR-Bürger die Grenze zu Österreich. Zehntausende von ihnen reisten in den Tagen und Wochen danach über Österreich in die Bundesrepublik aus. Anlässlich des 30. Jahrestages haben Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble und sein ungarischer Amtskollege, der Präsident der Ungarischen Nationalversammlung, Dr. László Kövér, am Dienstag, 10. September 2019, der Grenzöffnung gedacht. Beide Parlamentspräsidenten legten an der Bronzetafel an der Nordseite des Reichstagsgebäudes ein Blumengebinde nieder. „Es gibt keinen Frieden ohne Freiheit“ „Es gibt keinen Frieden ohne Freiheit!“ – diesen Satz aus einem Flugblatt der ungarischen Opposition von 1982 zitierte Schäuble in seiner kurzen Ansprache. Die Geschichte Ungarns sei voller Beispiele für die Freiheitsliebe der Nation. „Ihr verdanken auch wir Deutschen einen besonders glücklichen Moment in der Geschichte“, sagte der Bundestagspräsident. Vor 30 Jahren habe Ungarn den Eisernen Vorhang aufgerissen und Zehntausenden Flüchtlingen aus der DDR das Tor zur Freiheit geöffnet. Und das, obwohl 80.000 sowjetische Soldaten noch im Land stationiert gewesen seien, schilderte der Bundestagspräsident die damalige „unberechenbare“ Situation. Schäuble begrüßte als Gäste Árpád Bella, den ehemaligen Grenzoffizier an der ungarisch-österreichischen Grenze, der am 19. August 1989 die DDR-Bürger die Grenze bei Sopron passieren ließ, und László Nagy, einen der Hauptorganisatoren des damaligen Paneuropäischen Picknicks in der ungarischen Grenzstadt Sopron: „Knapp drei Monate später fiel die Mauer.“ „Die Zukunft Europas gemeinsam gestalten“ „Wir vergessen den Mut und die Großherzigkeit des ungarischen Volkes im Sommer 1989 nicht!“, sagte Schäuble vor der Gedenkplakette, die am Reichstagsgebäude an den „entscheidenden Beitrag Ungarns zur deutschen Einheit und zur Einheit Europas“ erinnert. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich ein Fragment aus der Mauer der Danziger Lenin-Werft, in der 1980 mit der Gründung der Gewerkschaft Solidarność der Freiheitskampf im ehemaligen Ostblock seinen Ausgang nahm. „Beides erinnert daran, dass wir einander brauchen, dass wir nur gemeinsam die Zukunft Europas in der globalisierten Welt gestalten können, auf der Grundlage gemeinsamer Werte, die uns verbinden“, sagte Wolfgang Schäuble. Deutschlands Einheit und Ungarns Unabhängigkeit Parlamentspräsident László Kövér erinnerte daran, dass die damalige Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth und ihr ungarischer Amtskollege György Szabad am 20. 1991 die Bronzetafel am Reichstagsgebäude enthüllt hatten. Eine Tafel mit gleichem Wortlaut enthüllte die Bundestagspräsidentin am 10. November 1992 am Parlamentsgebäude in Budapest. Die Tafel hat trägt auf deutsch und ungarisch die Inschrift: „Ein Zeichen der Freundschaft zwischen dem ungarischen und dem deutschen Volke. Für ein vereinigtes Deutschland. Für ein unabhängiges Ungarn. Für ein demokratisches Europa.“ Der Mut der Ungarn habe dazu geführt, dass der erste Stein aus der Mauer geschlagen werden konnte, sagte László Kövér. Die Entschlossenheit der ostdeutschen Bürger und die weise Strategie von Bundeskanzler Helmut Kohl hätten schließlich zur deutschen Einheit geführt. Die Botschaft laute bis heute, dass die Einheit Deutschlands und die Unabhängigkeit Ungarns eng miteinander verbunden sind. „Ohne diese Freundschaft wäre Europa nicht nur ärmer, sondern auch weniger handlungsfähig. Hoch lebe die Freundschaft zwischen Ungarn und Deutschland! Pflegen wir das Gemeinsame weiter!“ (vom/10.09.2019)...

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2019/kw37-ungarn-blumengebinde-656854

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