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Sommernachtstraum

Von Niolanta vom

Der Himmel fast wolkenlos, die Wärme des Tages ist auch der Nacht erhalten geblieben, fröhliche Menschen überall in der Stadt, jeder mit einem Fest als Ziel.
Ich gehe eine Stück mit ihnen, höre das Lachen, das die Sorgen der Woche vertscheucht, sehe das Bier, dass auch die hartnäckigsten vertreibt, höre die Musik, die glücklich machen soll. Freunde Lächeln sich an, Liebende halten sich fest, Familien sind vereint.
Ein schönes Bild.
Ich gehöre nicht zu Ihnen, ich wandere allein durch die Stadt, und mein Ziel ist kein fröhliches Fest. Dennoch bin ich voll Freude und Zufriedenheit, die Sorgen der Woche sind schon lange von mir abgefallen, ich vergeude keine Zeit mit Ärger über Kleinigkeiten.
Das Jetzt zählt, es entscheidet über die Zukunft und nimmt der Vergangenheit die Bedeutung.
Mensch, habe ein Ziel, lautet die Devise. Arbeite auf etwas hin, sei produktiv. Und wenn ich Zeit für mich brauche? Muss ich einen Antrag stellen?
Muss ich nett sein? Muss ich alles gut durchdenken, bevor ich es tue. Muss ich mich für Fehler schämen? Wer schreibt die Antorten auf diese Fragen vor?
Wahrscheinlich ich selber. Und ich sage: Nein!
Ich muss das alles nicht. Aber vieles davon tue ich trotzdem.
Ich wandere durch die Stadt und bin freundlich zu meinen Mitmenschen, versuche sie zu verstehen, akzeptieren und respektieren. Und erfreue mich an der Vielfältigkeit menschlichen Seins.
Der betrunkende Student, der biertrinkende Anwalt, die singende Sekretärin, die lächelnde Flugbegleiterin.
So unterschiedlich und doch so ähnlich.
Doch in dieser Nacht sind unterschiede aufgehoben. Ich und Du und alle anderen gehören zusammen.
Morgen früh geht jeder in seine Welt zurück, aber vielleicht bleiben du und ich zusammen?